Das Projekt
Mit dem Kommunikationsprojekt KOMM.RHEIN.REVIER. trägt der Erftverband zu einem besseren Verständnis und einer Sensibilisierung für die wasserwirtschaftlichen Themen in der Region bei und schafft ein Bewusstsein für diese. Die zentrale Frage lautet „Wie funktioniert unser Wasserhaushalt nach dem Braunkohleausstieg?“ Dabei richtet sich der Blick auf verschiedene wasserwirtschaftliche Aspekte, die im Strukturwandel eine zentrale Rolle spielen. Dank jahrzehntelanger Erfahrung im Wassermanagement gibt der Erftverband Antworten auf diese Fragen und zeigt praktische wie nachhaltige Lösungsansätze auf.
Wasser im Wandel – Auswirkungen des Braunkohleabbaus
Guten Tag, mein Name ist Wasser,
ich bin überall im Rheinischen Revier. Als verborgenes Grundwasser, als Fließgewässer, als Trinkwasser. Früher konnte ich ungehindert fließen, doch seit dem Beginn des Braunkohleabbaus vor vielen Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Über all die Jahre wurden meinem Grundwasservolumen im Zuge des Tagebaus mehr als 20 Milliarden Kubikmeter entzogen – ein Teil davon wurde später wieder in die Erft eingeleitet. So ist diese an manchen Stellen stark gewachsen. Jetzt steht der Braunkohleausstieg in wenigen Jahren an und viele Menschen im Rheinischen Revier fragen sich, wie es mit mir weitergeht: Wo werde ich ansteigen? Wo werde ich mich zurückziehen? Bleibe ich sauber und trinkbar? Kurz: Wie funktioniert unser Wasserhaushalt nach dem Braunkohleausstieg?
Die gute Nachricht ist: Ihr habt es selbst in der Hand!
Unsichtbare Kraft – Die Rolle des Grund- und Oberflächenwassers
In meiner verborgenen Gestalt als Grundwasser bin ich der stille Garant der Wasserversorgung. Ich speise das Rheinische Revier und versorge täglich Menschen, Tiere und Pflanzen. Aber an manchen Stellen drängen mich die Menschen zurück, damit ich nicht in die Tagebaue fließe. Jetzt muss auch der Ausstieg aus dem Braunkohlebergbau sorgfältig geplant werden. Ihr Menschen besitzt die Technik, um mir Austausch zwischen dem Rheinwasser und meinem inneren Grundwasserspeicher zu ermöglichen, ohne dass ich künftig ein Risiko für manche Keller bin. Wichtig ist nur, dass ihr euch alle zusammen darauf vorbereitet und zusammenarbeitet.
Zukunft gestalten – Wasser als Teil des Strukturwandels
Ich bin natürlich noch viel mehr als das Grundwasser im Verborgenen. Als Fließgewässer präge ich das Bild der Region! Als Erft, Rur oder Niers mit ihren vielen Nebengewässern habe ich schon immer Leben entlang meiner Ufer ermöglicht. Heute jedoch haben menschliche Eingriffe, Bebauung und die Bedürfnisse des Tagebaus meinen natürlichen Raum eingeschränkt. Ihr fragt euch vielleicht, wie sich die Gewässer nach dem Ende des Bergbaus entwickeln werden und ob euer Lebensraum bei Hochwasser und Starkregen ausreichend geschützt ist. Mit Auen und Rückzugsräumen könnt ihr mir in Zukunft auf jeden Fall helfen, gut und für alle sicherer fließen zu können.
Der Strukturwandel stellt euch bestimmt noch vor viele weitere Fragen: Wie gehen wir künftig mit Abwasser und Regenwasser um, wenn unsere bisherigen Systeme an ihre Grenzen stoßen? Warum sind Gewässerkorridore wichtig für einen schonenden Umgang mit Grundstücken? Schließlich wollt ihr ja aus den Tagebauflächen in einigen Jahrzehnten große Seen entstehen lassen. Damit gebe ich der Region in meiner neuen Gestalt ein ganz ein anderes Gesicht, das nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Lebensqualität im Rheinischen Revier maßgeblich prägen wird.
Ich erzähle euch meine Geschichte, weil sie untrennbar mit eurer Zukunft im Rheinischen Revier verbunden ist. Es geht darum, wie wir gemeinsam den Wasserhaushalt nach dem Braunkohleausstieg stabilisieren, Risiken wie nasse Keller, Hochwasser und Starkregen bewältigen und zugleich neue, nachhaltige Flächen für Erholung, Natur und Wirtschaft schaffen können.
Es ist eine Aufforderung, den Wandel aktiv mitzugestalten – damit ich, das Wasser, auch morgen noch eure Lebensader sein werde.



