Pfeil nach unten

Erft.Bewegt.

Chronik des Erftumbaus

Icon für die Unterseite Chronik des Erftumbaus
Wassertropfen

Der Strukturwandel im Rheinischen Revier erfordert den Umbau der Erft.

Der ursprüngliche Braunkohleplan für den Tagebau Hambach ging davon aus, dass die Braunkohlengewinnung 2045 enden würde. Planung und Umsetzung der 23 Erftabschnitte aus dem Perspektivkonzept des Erftverbands von 2005 sollten schrittweise bis zu diesem Zeitpunkt erfolgen. Seit 2019 wurde der Ausstiegspfad politisch zunächst auf 2038 und schließlich auf 2030 vorgezogen. Folglich musste auch die Planung auf einen beschleunigten Erftumbau überarbeitet werden. Besonders wirksame und umsetzbare Abschnitte werden priorisiert, Verfahren soweit möglich gebündelt und Planungsaufgaben parallel bearbeitet. Zwischen 2014 und 2022 hat der Erftverband vier Vorbildprojekte umgesetzt. Aktuell befinden sich fünf Abschnitte in der Planungsphase. Nächstes Bauprojekt ist der Erftabschnitt, der unterhalb der Stadt Grevenbroich beginnt und bis zum Ortsteil Wevelinghoven reicht.

Chronik des Erftumbaus

2023

Leitentscheidung Braunkohle des Landes Nordrhein-Westfalen Ausstiegshorizont: 2030.

Dezember 2022

Gesetzlicher Beschluss durch Bundestag und Bundesrat, das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) tritt am 24. Dezember 2022 in Kraft. Ausstiegshorizont: 2030.

Oktober 2022

Gemeinsame Vereinbarung von Bund (BMWK ), Land (MWIKE) und RWE Power AG, den Braunkohleausstieg in NRW auf 2030 vorzuziehen. Diese Vereinbarung ist zunächst eine politische Verständigung, noch kein Gesetz.

2022

Der Umbau des Erftabschnitts Gnadental in Neuss (Abschnitt 1) ist fertiggestellt.

2021

Im bestehenden Bett der Erft in Frimmersdorf sind Leitstrukturen geschaffen (Abschnitt 15).

2021

Leitentscheidung Braunkohle des Landes Nordrhein-Westfalen Ausstiegshorizont: 2038.

August 2020

Der Bundestag beschließt das KVBG. Ausstiegshorizont im Rheinischen Braunkohlerevier: 2038.

2019

Abschlussbericht der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (KWSB).

2014-2022

Der Erftverband hat vier Vorbildprojekte umgesetzt.

2017

Umgestaltung der Sekundäraue Bedburg erfolgreich abgeschlossen (Abschnitt 18).

2014

Vogelwäldchen in Bergheim-Kenten erfolgreich renaturiert (Abschnitt 23).

2008

Rahmenvereinbarung vom Land NRW mit der RWE Power AG und dem Erftverband. Beginn des langfristigen Flächenmanagements.

2005

Der Erftverband legt das Perspektivkonzept Erft mit 23 geplanten Abschnitten für den Umbau zwischen Bergheim und Neuss vor. Ursprüngliches Fertigstellungsziel: bis 2045.

 

Zukunftsvision 2046: Der Tagebausee Garzweiler: Uferbereich bei Titz

Ausblick

2029

Ende der Kohlegewinnung in Hambach.

2030

Endgültiger Kohleausstieg in NRW.
Start der Seebefüllung im Hambacher See.
Zielhorizont für die priorisierten Abschnitte des Erftumbaus.

2038

Zielhorizont für die bauliche Umsetzung der weiteren Erftabschnitte (derzeit ist noch keine Zusage für jeden Einzelfall möglich).

Bitte beachten Sie: Termine sind Planungsziele, keine Garantien. Auswirkungen laufender Genehmigungen, Rechteklärungen, Flächenfragen, Finanzierung und weiterer Entscheidungen auf den Zeithorizont sind derzeit nicht abschließend absehbar.

Alte Fotografie von der Erftregulierung in den Jahren 1901-1903

Rückblick

1941/1942

Erste tagebaubedingte Erftverlegung bei Epprath.

1958

Zweite tagebaubedingte Erftverlegung bei Frimmersdorf.

1958/1959

Beschluss und Gründung des „Großen Erftverbandes“ (per Beschluss des NRW-Landtags) als Reaktion auf die Folgen des Braunkohlenabbaus für den Wasserhaushalt.

1962

Dritte tagebaubedingte Erftverlegung bei Frimmersdorf.

1971

Vierte tagebaubedingte Erftverlegung bei Bedburg-Kaster/Harff.

1976

Fünfte tagebaubedingte Erftverlegung bei Bedburg-Broich/Frimmersdorf.

1995

Landesgartenschau in Grevenbroich mit dem Motto „Die Erde heilen“.

2005

Perspektivkonzept Erft für den Umbau zwischen Bergheim und Neuss. Kooperationsvorhaben zwischen dem Land NRW, RWE und dem Erftverband. Ziel der Fertigstellung: bis 2045.

 

Die Erft war nicht immer so, wie wir sie heute kennen. Eine der größten Veränderungen erfuhr sie durch den Tagebau. In den 1940er-Jahren musste die Erft den Abbauflächen des Tagebaus Frimmersdorf weichen. In Höhe von Epprath wurde sie aus der Taltieflage heraus an den Rand der Aue nach Osten verlegt und erhielt auf einer Länge von rund 1,5 km ein neues Flussbett. Die Ausdehnung des Tagebaus Frimmersdorf-Süd nach Süden und Osten machte 1958 eine zweite Verlegung notwendig, zurück auf die westliche Seite der Orte Morken und Harff. 1962 musste die Erft in einer dritten Verlegung im Anschluss an die Verlegung bei Morken und Harff bis zur Gustorfer Mühle der Kraftwerkserweiterung Frimmersdorf weichen. Sie wurde dabei begradigt.

Die vierte Verlegung der Erft nahm bei Bedburg-Broich ihren Anfang. Von dort wurde das Gewässer 1971 nach Westen verlegt und floss in geringem Abstand an den Ortslagen Kaster und dem historischen Alt-Kaster vorbei. Der weitere Verlauf der Erft lag parallel zur Eisenbahnstrecke Düren-Neuss, bis er bei Harff wieder an die Trasse der zweiten Erftverlegung anschloss. Die zweite und vierte Erftverlegung waren jedoch von vorneherein nur für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen.

Nachdem der Tagebau zwischenzeitlich die ganze Erftaue gequert hatte, stieß er nun erneut an die verlegte Flusstrasse. Gemeinsam mit der Bundesbahnlinie und der L 361 musste die Erft auf einer Länge von 6,6 km erneut verlegt werden, diesmal in ihre jetzige Position. Heute haben wir die tatsächliche Chance, die Erft wieder in ein naturnahes, lebendiges Gewässer zu verwandeln.